Pioniere im Shortnews-Geschäft
News per SMS oder MMS direkt aufs Handy: Mobile Infoservices haben sich in den letzten Jahren in der modernen Medienlandschaft etabliert. Die Zürcher BEX Media GmbH gehört zu den führenden Anbietern in der Schweiz.
Für Journalisten und Börsenprofis sind sie längst zum unverzichtbaren Arbeitsinstrument geworden. Aber auch Privatanwender halten sich zunehmend mit SMS-News auf dem Laufenden. Wer unterwegs über das Weltgeschehen, die Börsenindizes oder das Abschneiden seines Fussballclubs informiert sein will, findet in den mobilen Infoservices eine ortsunabhängige und kostengünstige Ergänzung zu den klassischen Medien Zeitung, Fernsehen und Radio. Da die Meldungen dann verschickt werden, wenn das Ereignis stattgefunden hat, verpasst man auch dann nichts, wenn man im Zug oder sogar am Strand sitzt.
"Diese Alarmfunktion weiss jeder zu schätzen, der über bestimmte Themen und
Ereignisse informiert sein muss", sagt Rainer Becker, Geschäftsführer der
Zürcher BEX Media, die neben den hauseigenen Diensten 468 und "CASH
Shortnews" (2274) auch die Abonnenten von "FACTS", "Tages-Anzeiger" und
"SonntagsZeitung" (alle unter 55555) sowie von "20 Minuten" mit Nachrichten
versorgt.
Becker war schon im Shortnews-Geschäft aktiv, als dieses noch im Entstehen
begriffen war. Neben den genannten Diensten, die er heute noch mit Content
beliefert, baute Becker Ende der 90er die SMS-Dienste von "Blick ShortSport"
(heute "164") und "CASH ShortNews" auf. Die Anfänge des SMS-News-Business
erlebte er in Diensten des Netz Verlags. Zuletzt arbeitete er für die
Zürcher Mediaware, von der er den Geschäftsbereich Mobile Infoservices im
April 2003 übernahm und als eigenständige Firma unter dem Namen BEX Media
weiterführte. "BEX" steht als Abkürzung für die lateinischen Wörter "brevis"
(kurzgefasst) und "expressus" (ausdrucksvoll, anschaulich, deutlich) und
umschreibt die Attribute der Shortnews.
Neues Medium mit eigenen Eigenschaften
"In den Anfängen wurden wir von vielen Journalisten belächelt", erinnert
sich Becker, der getrost als Pionier in Sachen SMS-News gelten darf. "Und
auch heute noch gibt es im Mediengeschäft Traditionalisten, denen Shortnews
per Handy grundsätzlich suspekt sind." Das liegt vorab an den kurzen
Nachrichten - eine SMS-Meldung erlaubt maximal 160 Zeichen. "Erst wenn man
die Nachrichten genauer betrachtet fällt auf, wieviel Information sie
enthalten. Alle Meldungen sind so formuliert, dass sie für jedermann leicht
lesbar und verständlich sind. In der Redaktion wird so lange an den Sätzen
gefeilt, bis das Maximum an Information bei guter Lesbarkeit hineingepackt
ist." Mehr und mehr setze sich auch unter den skeptischeren Kollegen die
Erkenntnis durch, dass es sich bei den Shortnews um ein eigenständiges
Medium mit hervorragenden Eigenschaften handelt.
Nicht zuletzt die wachsende Nutzung der mobilen Infodienste zeigt, dass das Medium den Kinderschuhen entwachsen ist. Bestand der erste SMS-Dienst noch aus einer kleinen Sportredaktion, beschäftigt BEX Media heute zehn Angestellte im Dreischicht-Betrieb. "Unsere Journalisten sind Allrounder", beschreibt Becker das Anforderungsprofil im Shortnews-Geschäft. "Ob Sport, IT oder Börsennews: Unsere Journalisten müssen in allen Bereichen auf dem Laufenden sein und die Bedeutung von Ereignissen sofort einschätzen können." Denn anders als bei anderen Medien gibt es hier keinen Redaktionsschluss. Die Nachrichten werden fortlaufend verschickt. Da pro Nachrichtenkategorie nicht mehr als zwei bis drei, in Ausnahmefällen auch mal fünf Meldungen pro Tag verschickt werden, brauchen die Shortnews-Journalisten einen besonders guten Riecher für die Top-News.
Falschmeldungen liegen nicht drin
Der richtigen Bewertung von Nachrichten kommt im Shortnews-Geschäft besonders grosse Bedeutung zu. Die Abonnenten bezahlen schliesslich für die verschickten Meldungen. Aufgewärmte Gamellen, vage Gerüchte oder gar Enten werden da besonders übel genommen. Auch das Verschicken fehlerhafter Meldungen kann sich ein Shortnews-Dienst nicht leisten. "Unsere News müssen hart sein. Sonst würde unsere Glaubwürdigkeit massiv leiden", erklärt Becker. "Und anders als eine Zeitung können wir nicht einfach am nächsten Tag eine Berichtigung abdrucken." Jede Korrektur muss als SMS verschickt werden - auf Kosten des Dienstbetreibers.
Herzstück von BEX Media ist der Shortnews-Dienst 468. Alle Nachrichten, die über die Dienste von "FACTS", "Tages-Anzeiger" oder "Cash ShortNews" verschickt werden, stammen aus dem 468-Pool. Die inhaltliche Struktur des Dienstes ähnelt der einer Zeitung. Die Kategorie Top-News entspricht der Frontseite, ferner gibt es die Ressorts Wirtschaft, Politik, News allgemein, Sport, IT. Die Ressorts sind wiederum unterteilt in die Bereiche Schweiz und Ausland. In der "dritten Ebene" finden sich die "Special-Interest"-Themen - im Ressort Wirtschaft etwa Bilanzmedienkonferenzen und Börsenindizes, unter Politik etwa Parteien, Wahlen und Verkehr. Die Wettervorhersagen bei 468 werden von Jörg Kachelmanns Meteomedia geliefert. Anders als im Fernsehen erhält der Abonnent hier jeden Abend eine auf seine Region zugeschnittene Prognose.
Neben den gesamten Rubriken lassen sich auch einzelne
"Special-Interest"-Bereiche abonnieren, so dass jeder Nutzer genau jene
Kategorien auswählen kann, die ihn interessieren. Ist eine Meldung in
mehreren Rubriken gelistet, erhält sie der Abonnent nur einmal. Neben der
Möglichkeit, News nach Rubriken zu abonnieren ("Push-Methode"), können die
Nutzer im so genannten "Pull"-Verfahren das Stichwort einer Kategorie an 468
senden und erhalten dann die aktuellste Meldung aus diesem Ressort.
Derzeit bedient BEX Media rund 8000 Abonnentinnen und Abonnenten (Stand: August 2003). Rund 200 Nachrichten in ca. 150 Kategorien werden von der achtköpfigen Redaktion täglich auf die GSM-Netze von Swisscom, Sunrise und Orange geschickt. Es versteht sich von selbst, dass die Nutzerinnen und Nutzer hin und wieder fehlerhafte Stichworte an die Zielnummer schicken. Dann kommt Andrea Becker ins Spiel. Einmal täglich checkt sie die eingegangenen Messages, mit denen das System nichts anfangen konnte. "Wenn der Fehler offensichtlich ist, korrigieren wir ihn gleich, ansonsten nehmen wir Rücksprache mit den Abonnenten. Diese wissen diesen persönlichen Service sehr zu schätzen."
Auch wenn die Shortnews sich langsam aber sicher ihren Platz in der Medienlandschaft erobern - Zeit zum Ausruhen bleibt den Nachrichtenmachern von BEX Media nicht. Denn der nächste Technologiesprung steht unmittelbar bevor. Noch in diesem Herbst will Becker als erster Anbieter in der Schweiz MMS-News anbieten. "Die MMS-Technologie bietet uns ganz neue Möglichkeiten", erklärt der Shortnews-Pionier. "Doch um diese auszuschöpfen, müssen die Inhalte der News entsprechend konzipiert werden."
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468 schlägt alle
468 ist nicht nur der umfassendste Shortnews-Dienst der Schweiz, sondern auch der günstigste. Während andere Anbieter 50 bis 80 Rappen pro SMS verlangen, kostet bei BEX Medias 468 jede Meldung 40 Rappen. Dieser Tarif gilt übrigens auch, wenn der Abonnent gerade in Griechenland an einem Strand liegt. Zum gleichen Tarif lässt sich via 468 eine SMS an jeden E-Mail-Account auf der Welt verschicken (SMS im Format «MAIL Tim@Tom.ch Hallo Text...). Die Belastung erfolgt direkt auf der Mobiltelefon-Rechnung oder Prepaid-Karte.
Das Anmelden bei 468 ist kinderleicht: Einfach die gewünschte Rubrik und START (z.B. NEWS START) an die Nummer 468 senden und der Dienst ist aktiviert (Abmelden: NEWS STOP). Wer das Stichwort GRATIS START sendet, erhält ein- bis zweimal pro Woche kostenlose Hinweise auf das aktuelle Newsangebot von 468.
Weitere Informationen und News-Angebote finden Sie unter www.468.ch
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